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Bärenhof Initiative - Überschrift

Rettet den Bärenhof!

Unsere Initiative kämpft um ein einzigartiges Bauensemble und Kulturdenkmal

Der Bärenhof in Hamburg-Langenhorn ist ein um 1890 entstandenes Gebäudeensemble an der Ecke Stockflethweg/ Langenhorner Chaussee, angetan mit allerlei verspieltem Dekor: mit Reliefs und Skulpturen, Buntglasfenstern und Türmchen, Zinnen und Wetterfahnen, Wappen und Inschriften. Umrankt von Grün und anzuschauen wie ein Schloss aus entrückten Märchengefilden ist es aus Langenhorn nicht wegzudenken. Errichtet hatte diese steingewordene Fantasie ein Träumer: der durch profanem Handel mit Nähnadeln reichgewordene Makler Emil Römling. Er kaufte den einst bei Gebäudeabrissen in Hamburg angefallenen Kitsch auf, mit dem sich wohlhabende Hamburger damals so zu umgeben pflegten, um sie im heute nicht mehr existenten Eberhof und im Bärenhof wieder einzugliedern. Wie diese Fantasiebauten - mitten im Dorf - vor 110 Jahren auf die Bauern gewirkt haben müssen, - wir können es nur erahnen. Seitdem hat der Bärenhof durch Umbauten und Brände immer wieder seine Gestalt geändert, hat seine Besitzer und damit seine Bestimmung gewechselt, war Wochenenddomizil, Ausflugsgaststätte und Wohnanlage. Noch heute bewohnen zwei Mietparteien das Anwesen. Von den einstigen fünf Türmen sind drei geblieben.



Denkmalschutz?

All diese Veränderungen haben, so argumentiert das Denkmalschutzamt, von der Originalsubstanz nicht viel übrig gelassen; der ganze Komplex sei nicht denkmalwürdig. Baugeschichtlich habe es eh nichts zu bieten. Und in die Gegend passe es ohnehin nicht. Aber was soll "Originalsubstanz" an einem Objekt sein, das von Beginn an auf fantasievolle Erweiterungen, An- und Umbauten angelegt war? Weshalb sucht man Denkmalwürdiges an einem Bau, dessen Architektur im Detail zwar nicht denkmalwürdig sein mag, dessen Gesamtheit ihn aber zu einem liebenswerten Unikat macht? Kriterien, die für Architektur- und Baudenkmäler entwickelt worden sind, gehen an der Sache vorbei. Das charakteristische Aussehen dieser ganz unverwechselbaren Baulichkeit und seine Geschichte machen den Bärenhof zu einer anderen Art Denkmal, zu einem Kulturdenkmal. An ihr erkennen Fremde wie Ansässige den Stadtteil wieder; er unterscheidet das an Baudenkmälern nicht reich gesegnete Langenhorn von anderen Hamburger Stadtteilen. Kurzum: die Langenhorner können sich mit ihm identifizieren. Das wird um so mehr stimmen, wenn eines Tages seine heute noch verbaute Silhouette zur Langenhorner Chaussee wieder mehr zur Geltung kommt. Der Bärenhof ist ein Kulturdenkmal, vergleichbar mit einem traditionsreichen Gasthof, mit einem Leuchtturm oder einer Mühle, - also Baulichkeiten, an denen ebenfalls zu wenig Originalsubstanz erhalten sein mag, die aber den Anwohnern vertraut und liebenswert sind.



Unterschriftensammlung

Schon lange ließ es dem Langenhorner Frank Lünzmann (Jg. 1937) keine Ruhe, dass die alte Langenhorner Landmarke - der "Bärenhof" - dem Bauvorhaben des Hamburger Autohauses Wichert geopfert werden sollte. Und deshalb lief er Wohnstraßen, Läden und Schulen ab, um die Langenhorner Bürger und Geschäftsleute für den Erhalt des Bärenhofs zu gewinnen. Im Verein mit der Willi-Bredel-Gesellschaft erging im Juni 2002 ein Aufruf an die Öffentlichkeit, um den Abriss zu verhindern. Die von Lünzmann begonnene Unterschriftensammlung wurde publik gemacht und bis Ende 2002 weitergeführt. Auf den bislang vorliegenden Listen haben mehr als 1000 Langenhorner und Fuhlsbüttler unterzeichnet (Stand Februar 2003). Auch alle Unternehmen entlang der Langenhorner Chaussee und der Tangstedter Landstraße haben ihren Stempel auf die Listen gedrückt. Wenn alle Listen vorliegen, wird die Bärenhof-Initiative sie öffentlichkeitswirksam dem Bausenat übergeben.



Die Abrissbirne droht

Seit längerem verhandelt der Mitinhaber des Autohauses Wichert, Bernd Kußmaul, mit Bausenator Mettbach, Oberbaudirektor Jörn Walter und den Fachbehörden des Bezirkes Nord über die konkrete Ausgestaltung des großen Areals, das sich zwischen Stockflethweg und U-Bahntrasse, Langenhorner Chaussee und Jägerflag erstreckt. Ob bei diesen Verhandlungen der Bärenhof noch eine Rolle spielt oder ob sein Abriss längst beschlossene Sache ist, wird dann offenkundig werden, wenn sich im März 2003 Autohaus und Behörde geeinigt haben werden. Autohaus Wichert hatte vorgesehen, den Bärenhof komplett abzureißen und einen der Türme, nunmehr integriert in einen Glaspalast, wieder aufzubauen. Diese Feigenblatt-Variante, mittels der sich Autohaus Wichert mit Bärenhof-Trümmern auch noch schmücken möchte, werden wir ebenso zu verhindern suchen wie den Abriss selbst. Deshalb bleiben wir von der Bärenhof-Initiative am Ball.



Helfen Sie mit!

Wenn auch Ihnen das Schicksal unseres Langenhorner "Schlössschen" am Herzen liegt, informieren Sie sich hin und wieder auf diesen Internetseiten, insbesondere in der Rubrik "Aktuell", über den jüngsten Stand. Neben Bildern und Presseartikeln finden Sie hier auch einen Beitrag zur Geschichte dieses merkwürdigen Anwesens und erfahren so, wie der Bärenhof zu seinem Namen kam. Wer in der Initiative mitwirken möchte, kann sich telefonisch bei Frank Lünzmann melden (040-5319927).

Autor: René Senenko





(c) july 2002 by Willi-Bredel-Gesellschaft/Geschichtswerkstatt Hamburg,
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